Irgendwie hatte ich gestern einen Verfolgungskomplex.

Ich dachte der hasenfüsige tätowierte mit schwerer Tasche, die er beim Wegspringen am Montag abend im Dunkeln einfach stehen ließ, sei überall. Die Tasche muss auch Beine gehabt haben.

Heute war er ganz allein, gestern noch zu zweit ohne, dass der andere Tasche spielen musste;)

Am Montag abend hatte ich eine, besser zwei Briefumschläge, aufgeweicht vom Regen, am Kreisel bei der Feuerwehr aufgehoben, abgesandt von Mega Cleaner. Von hinten kam etwas angesprungen und frage bis zum Hals tätowiert ob ich eine bestimmte Taverne kenne. Ich sagte ihm 'Hab keine Ahnung' und ging weiter im Kreis. Er weiter Richtung Stadt. Gekommen war er vom Chinesen an der Kahl, an der Brücke ist ein interessantes Häuschen aus Holz, aber es hat kein Herzchen drann.

Die Nacht hab ich das System runtergefahren, den Dienstag nur meditiert.

Mittwoch wollt ich den Zahlensalat auf den Briefen ins reine bringen, dazu brauch ich Netz, kaufen wollt ich das Wörterbuch nicht, weil dabei zuviel Info über Zwerg Nase durch zuviele Computer geht. Also sitz ich im Café des örtlichen Baumarktes, bei Obstkuchen. Komisch an dem kann ich nur den Obstanteil geniesen. Der Backanteil schmeckt igit, warum?

Ich bin gerade so fertig mit meiner Serviettenarbeit, als ich realisiere, was da steht. Wo ich mich gerade befinde. Und gleichzeitg kommt ein gekennzeichnetes Doppelpack zur Tür rein weiter in den Baumarkt. Also gab es eine zweite Nachricht, die der Hasenfüsige aufnahm. Panik Alarm. Alles zusammenraffen und raus. Die Kellnerin pfiff mich zurück, ich hatte alles liegen lassen, bis aufs Gesangbuch, was ich nicht besitze.

Irgendwann stand der Entschluss fest, die Nacht muss was anderes gesucht werden.

Erst mal bin ich zum Friedhof gelaufen, bzw. zum Stieg nach oben, da waren am Montag Kleidungstücke gelegen, die mich veranlassten meine Adresse zu hinterlassen. Ich wollte sehen, ob der Zettel noch da sei.

Ja er war da, feucht wie alles dort, hab ihn wieder an mich genommen. Wie ich weiter hoch laufe, kommen hinter mir zwei slawisch sprechende Frauen, die eine ist erbost, dass der Zettel nicht mehr da. Ich erst mal in den Friedhof. Die Frauen blockiern den Kappelleneingang hinter mir. Ich also nach oben zum anderen dritten Eingang, am zweiten und dritten stehen Leut, als wieder runter zur Kapelle. Die Frauen sind nun drinnen, im Andachthof, also kann ich durch das eiserne Kapellentor entweichen. In den Wald da oben kann ich nun nicht die Nacht.

Also im andauernden Richtungswechsel wieder in die Stadt, drei Äpfel und zwei Liter Apflesaft gebunkert und weiter.

Ziel ist verschwommen die Herrenmühle, allerdings auf Umwegen der möglichen Häscher wegen. Also nicht da wo alle langpilgern, wo allerdings auch interessante Zeichen stehen.

Irgendwann reifte dann die Überlegung im Weinberg beim adamanten Haus zu nächtigen. Das Wetter machte einen riesigen Sonnenbogen vom Weinberg zum Haus mit den geschliffenen Gläsern am Birkenberg. Uuups.

Erst war linker Hand ein offenes Gartentürl zu einem kleinen Garten Eden, mit einem blühenden Apfelbäumchen mittendrin, jeder Baum hatte seine eigen angekettete Leiter. Je höher ich den Weinberg hinaufstieg, was irgendwie heute viel viel schwerer ging als gewohnt, desto mehr schepperte und krachte es auf dem Birkenberg. Es klang als stürzen die Kirchen von Jericho.

Dann war da so ein sehr sehr tief fliegender grün angepinselter Militärflieger über mir, so was mag ich gar nicht. Oben angekommen bin ich erst mal auf der Bank der Winzergemeinschaft niedergesunken, etwas trinken. Dann schau ich nach Wlan. Blöde Idee, da war noch nie eins, aber da war nun auch ein weißes Bunkerhaus.

Beim letzten Besuch fand ich ein abgebranntes Weinberghaus im Weinberg, welches Verbot der Wiedererrichtung hatte, welcher Blödmann baut hier also sowas?

Und Wlan war auch reichlich, mit gesicherten Hotspots, nix wie weg hier!

Also war mir klar, dies war eine Falle, auch weil da ein Auto stand, mit Hottentotten musik, weil ich wohl nicht vorbeilief, blöd muss man sein.

In die Reben, ein Reflex es an der grünen bekannten Hütte zu versuchen, scheiterte an einem Krampf im linken großen Zeh. Rechts war also kein gute Richtung. Ich wusste nun wo ich hin wollte, ohne von oben und dem Bunker gesehen zu werden.

Etliche falsche Richtungen bescheinigten meine Beine oder Zehen mit Krämpfen. Das war gar nicht lustig, zu beobachten, wie der Verstand den Körper nach unterbewusstem Plan dirigierte. 

Ein Hase wies mir den letzten Weg zum Steinhaus von unten immer im Schutz der Bebauung.

Die Bank aus Eiche, war heute nicht unbequem. Die Sonne gab ihr letzes Licht. Die blöden grünen Flieger kreisten über dem Gebiet, also rein ins Gehäus. Von innen konnte man die Rumpelei auf der anderen Talseite weiter beobachten. Nur hatte ich keinen Fernstecher dabei, braucht ich wohl nicht.

Hab dann mein Batterie-Radio eingeschaltet, in der Hoffnung was zu erfahren, mich in der Hütte hingehockt, in Erwartung der Dinge die da kommen. Irgendwie kreiste da ein Auto auf dem Weg im Weinberg mit Motoraufheulen und Lichtzeichen. 

Dies hieß wohl aus der Hütte raus, den Weinberg runter, immer hinter der Linie. Einige Irrwege und Krämpfe und interessante Zeichen später kam ich unten bei der Herrenmühle an.

Nun bin ich zum Haltepunkt getippelt, immer ohne Licht, weil blöd ist anders, und dann hoch zur 47 einige hin und her, am unteren Anbau machte niemand auf, seis drum, an der 47 war der Umwelt Verlag Firma abgekratzt, an der 16 war kaum Licht, also nix zu sehen.

Meine Spastiken entließen mich langsam, ich wollte jetzt doch heim. Ziegen waren keine mehr, im Pferch.

Ich wurde noch mehfach in die Natur gescheucht, in die Dunkelheit, wenn Jogger kamen, oder weil ein kuhmistiger Acker einen Kammüberblick ermöglichte. Uralte Weiden besuchte ich, muss da bestimmt noch mal hin.

Erschöpft an der Burg angekommen, wollte nur noch ins Bett. Es fing an wieder Hamburger Wetter zu spielen. Zuhause den Schweiß abgewaschen, System runtergefahren, und weitergemacht, schlaf kann man das ja nicht nennen.

 

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