Das war die Botschaft aus dem Radio, als ich oben auf dem Birkenberg im Dunkeln angekommen war.

Im Nachinein weiß ich nun, ich bin wie ein kleiner schwarzer Elefant den Weinberg hochgestürmt in der Hand einen riesen Leuchter. Handies waren alle aus, aber da war noch eine leuchtende LED im Rucksack, solange man die Bakterien nicht aus dem dafür vorgesehenen Fach entfernt..

Gestern am Freitag ging es also nach Frankfurt, dort gibt es U-Bahn. Ich wurde durch allerei Zeichen aufmerksam gemacht wie ich da hinkomm. Zu Fuß erst mal an der Kahl entlang nach dem Bahnhof des Ortes mit gleichem Namen.

Was für ein Drama überall, die vielen Bäume, alle flach. Besonders nach der Autobahn, wo mir mindestens zwei mal die Glühwürmchen in den letzten Jahren heimgeleuchtet haben. So uralte Bäume, welch ein Verlust!

Auf dem Bahnhof war der Shop für mich als Trap gekennzeichnet, der Fahrkartenautomat wollte sich doch nicht übererden lassen, mir etwas zu verkaufen.

Regentropfen aus dem undichten Dach über dem Bahnsteig zeigten an, wo keine der Kameras mich sehen könnten.

In der Doppelstock-Bahn zeigte mir mein rechtes Knie wo es unangenehm werden könnte.

Auch sollte ich in Frankfurt die Lokale und Läden meiden.

Nach einigen U-Bahn Fahrten und all dem Elend, was zu sehen war, bin ich dann orientierungslos am Hauptbahnhof herausgekommen. Ich brauchte Input. Die elektronischen Werbetafeln gaben einige Hinweise. Also in die Buchhandlung, da wo man sich ein Bild machen kann.

Prompt traf ich auf meinen Stolperstein. Ein Wirtschaftsverlag hatte 6 verschiedene kostenlosen Hefte in Hochglanz aufgelegt, in verschiedenen Sprachen. Auf dem Titel je eine berühmte in der Vergangenheit wissensstiftende Persönlichkeit, meist im Kleidungsstiel der jeweiligen Zeit, aber mit Sonnenbrille im Gesicht.

Erinnerte mich an einen tweet von mir vor Tagen, als eine Berliner Bürokratin im Video mit Sonnenbrille kundat, dass das Berliner Drogenproblem im Park zwar bekannt sei, die Anwohner aber keine weitern Aktionen wünschten. Mein Spruch dazu, glaub niemals jemandem der dir hinter einer Sonnenbrille eine Wahrheit verkaufen will.

Wieder alle elektronik aus, und raus aus dem Gewusel. Es war weiter Hamburger Wetter, die Idee war, zum allgemeinen Protestplatz mit der U-Bahn zu fahren, ich fand allerdings auf die Schnelle keinen Hinweis Richtung Hauptwache. Eventuell treff ich da die Kinder von den Freitagsdemos. Zwei Schirme mit Aufschrift die ich verstand, schienen mir den Weg weisen zu wollen. Einige gelb orange Schirme und Taschen sah ich auch dabei.

Und ja das eiserne dranbleiben mit forschem Schritt führte zum Erfolg, nur war da keine Freitags-Demo, auch keine Überreste, die Schirmträger gingen ins Kaufhaus, war heute eigentlich tabu hatte ich gelesen.

Die Art wie sie ihre Schirme falteten, gab mir Zuversicht. Selber waren sie an Uhren für Herren interessiert. Alles solche Klunker für Bärenarme und elektrisch.

Eine Vitrine mit 18 Karat Golduhren zu einem Preis? schien mir geeignet für ein Photo zu einem tweet den ich da gerade entwickelte.

Also wieder raus, zu den nichtdemonstrierenden Massen, wo gibbed Wifi-Lan aber nix zu kaufen? Im Samsung Center sollte dies möglich sein. Dort fiel mir auf, dass es auch eine Unteretage für Service gab, soso hatte ich bei der Vor-Eröffnungsveranstaltung nicht wirklich mitbekommen.

Im Cafe des ersten Stockwerkes fand ich was zum lümmeln mit Bodensteckdose.

Hier konnt ich nun meinen Uhrentweet absetzen, braucht mich nicht um den Regen draussen kümmern. Es kamen noch etliche tweets hinzu, so der tweet zum Sonnenbrillenerinnerer. Da war auch so ne menge los in der Welt, wo ich reagieren wollte, war hier auch wirklich gut angebunden.

Irgendwann nach Stunden fing der Accu an mau zu werden. Strömlinge gab es ja, die waren allerdings im  Bereich des Ganges an die Caffe-Theke. Also angestöpselt und die Stolperfalle mit meinem Sackruck trapiert, und es tat.

Aus dem Augenwinkel und wohl auch von der Stimmlage her schien dies den Herrn des Hauses nicht zu stören, er stieg drüber. Später dann, als das Teil schon ordentlich getankt hatte, kamen von hinten zwei Frischlinge, welche meinten, dies sei kein öffentlicher Strom hier, ich solle dies doch bitte entfernen. Vielleicht wollten sie nur ihren Job überkorrekt ausfüllen um Bienchen zu sammeln. Zur Strafe durfte ich dann ein Caffe-Automat Schaum-Einweisungsgespräch vernehmen, igittigitt.

Dies war noch einen tweet wert.

Ich wusste, ich musste heute noch zurück, möglichst nicht im dunkeln, geld holen war auch notwendig, conrad wollt ich noch, aber die Zeit!

Einen wunderschönen Brunnen gibt es jetzt wieder auf der Zeil, oder war der schon immer, ist nur neu hergerichtet? Alles weißer Marmor und Mutter Natur wie sie alles stemmt.

Ich fand den Hinweis S-Bahn nach Hanau, den Automat versuchte ich erst gar nicht. Einige Stationen vor Hanau machte mich ein einzelner Bildschirm darauf aufmerksam, dass es gewaltig stinkt in dem Zug. Etwas in Panik lief ich ganz nach vorn zur ersten Klasse. Dort roch es so nach Pisse, seis drum, hier sollt ich wohl sein.

Im Zug dann schon bald Durchsagen, dass Züge irgendeine Verspätung haben. Auf dem Bahnsteig kurz vor Abfahrt der Bämbel, dann die Ansage, wegen Oberleitungsschadens fällt alles aus[, die Bahn fährt mit Diesel].

Nun ja das wird lang, den Weg war ich schon mal mit dem Brompton geradelt, nix wie weg hier.

Der erste Bahnsübergang über den ich musste war zu, auch so, dass da kein Loch zum schlüpfen war. Also wieder zurück und Alternative suchen. Kam mir ein Herr mit Klapprad entgegen, der war vorher an einem Einsiedler Tor am fummeln.

Das Tor war leicht offen, dahinter eine alternative Lebensgemeinschsft mit Warnung vor dem Hunde. Also weiter zu den Gleisen, die alle mit viel Beton verbaut waren. Der Zug rauschte durch. Also wieder retur zur Schranke. Am Tor waren nun schon drei Klappradfahrer, die sich auch unbedingt mit brüderlichem Handgruß herzten, ich kannte sie nicht, rüber über die Bahn.

Von da an musst ich mich einfach auf verschiedene Zeichen verlassen, um einen alternativen Weg zu gehen. Unbekanntes und teils bekanntes Terrain und dumpfes Explosions-Grollen. Es wurde zusehens finsterer, der Weg führte direkt in den Wald, die Himmelsrichtung stimmte. Danke an alle die Zeichen gaben, ich musste wohl nahe ran, nur nicht zu nahe.

Rausgekommen bin ich wieder am Rande einer Ortschaft, versuchte Zeichen zu folgen, immer im Zickzack, wieder langsamfliegende Flieger, bei denen man Positionslichter und Suchscheinwerfer deutlich sah.

Irgendwann begriff ich, dass es wohl gescheiter ist, auch ohne Niesel den Schirm aufzuspannen. Die Ortschaften sind heute generell mit gepulstem LED Licht ausgerüstet, wohl nicht gut für unsereinen. Die Flieger wurden weniger, oder blieben da wo ich noch ohne, Signal gab.

Irgendwann fand ich den gefährlichsten Haltepunkt der Bahn um Hanau, konnte mit Wifi was schauen und was über die Stinkerei loswerden, warten und letztendlich daheim ankommen. Warum war ich so fertsch?

In den Wald muss ich unbedingt mal mit mehr Zeit.

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