Nach dem Abi wurde man als Junge in der ddr gemustert, und wenn für gut befunden, in eine Uniform gesteckt.

Währe man schon gleich in die Verlängerung von 18 Monaten auf 3 Jahre, ganz aus freien Stücken gegangen, wär dies besser gewesen?

Nix da, es gab die Alternative Bausoldat zu werden und keinen Studienplatz zugeteilt zu bekommen.

Also aus der Not eine Tugend machen.

Irgendwie gab es da elektronische Schießübungen bei den MOT- Schützen, die wohl für mich nicht schlecht ausschauten. Ich sollte in den Turm dort das MG und die dicken Dinger weitwerfen. Dazu wohl auch die Truppe hinten aus 8 Fußlatschern neben dem Kommandanten befehligen. Und ich hätte als Unteroffizier entlassen werden können, hört hört! Rosige Aussichten, irgendwie gab mir dies alles keinen Ansporn.

Irgendwann ging es auch mal auf den richtigen Schießstand, da wo großen Mumpeln bei Marienberg im Erzgebirge durch die Luft sausten. Vorher waren wir natürlich ordentlich 'geschleift' worden, wir wussten nun so ziemlich alle genau, was Kanonenfutter bedeutet.

Ich erinnere Dunkel an zwei Abschnitte, einmal das MG und die Kanone. Beim Fahren, geführt durch zwei Ketten, hatt ich Schiss in der Hose, weil das war alles so eng in der Blechbüchse.

Im ersten Durchlauf mit MG tat ich wohl mein bestes, ohne es zu begreifen. Um die Neulinge zu motzen wurden die feststehenden Ziele auf unterschiedlicher Distanz etwas hin und hergeschoben. Man hat eigentlich keine Chance als Frischling die Ziele zu treffen. Mir gelang dies.

Beim Aufsammeln der verschossenen Flugkörper danach, wurde mir dies deutlich klar, ich legte für mich fest, du triffst nie wieder etwas wirklich!

Sowas führt zwar in der Obrigkeit nicht zu Schulterklopfen, für Durchschnitt reichte es, nur Anfangs war man wohl irritiert..

Später wurden wir per Bahn nach Nochten verlegt, das Wald-Grenzgebiet meines Großvaters, um dort die Kanonen zu testen. Da ich mir treu blieb, wurde für mich nach ein zwei Schuß abgebrochen, mit irgendeinem Totalschaden im Zielgebiet. Ab da wurde ich immer mehr zum Küchendienst verdonnert, heisst, vor viere raus, aus dem mit selbst gesuchten Holzlatten japanisch gemachten Bett. Auch ins erste Manöver musst ich nicht mit. Beim zweiten an der tschechischen Labe war wieder Küchendienst angesagt. Wem ich dies zu verdanken hab, oder ob es eher als Bestrafung galt?

Mit ca. einem Monat Karzer, wegen was? wurde ich dann nach 19 Monaten ohne Gefreiten Streifen, mit Sehnscheidenentzündung vom Schneeschippen ins Leben entlassen.

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