image Der Künstler vor seinem Werk. “Man muss mit den Augen schauen, nicht mit seiner Bildung.”

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KONRAD KLAPHECK: „DER GESETZGEBER“ (1969)
Mit der großformatigen Arbeit „Der Gesetzgeber“ (1969) des Düsseldorfer Malers Konrad Klapheck (*1935) erhält die Sammlung Gegenwartskunst im Städel Museum einen wichtigen Neuzugang. Erworben werden konnte das Werk durch das Städelkomitee 21. Jahrhundert.

Das 1969 entstandene Gemälde „Der Gesetzgeber“ gehört zu einer der ersten Werkgruppen der Maschinen, mit denen Klapheck zu einem der wichtigsten Maler der deutschen Nachkriegsavantgarde wurde. Bei dem Bildmotiv handelt es sich um einen Zwitter aus Schreibmaschine und Registrierkasse – Symbole für das Verwaltungs- und Wirtschaftsleben im Nachkriegsdeutschland. Das Werk steht am Ende einer Reihe wichtiger Bilder, die um dieses Motiv kreisen; die vorausgegangenen Werke tragen die Titel „Der Chef“ (1965), „Der Herrscher“ (1966) und „Der Diktator“ (1967). Der seitlich angebrachte Hebel wird in dieser Serie immer dominanter und schließlich zum Hauptelement. In „Der Gesetzgeber“ erinnert er an ein Zepter und kann so auch als Symbol für Herrschaft gelesen werden. Die Maschine wird zum Thron, der große Hebel zum Arm des Herrschers, die Tastatur zur Gesetzestafel. Die extreme Untersicht auf die Maschine unterstreicht die Autorität, die bereits durch den Titel angedeutet wird.

ÜBER DEN KÜNSTLER
Als Konrad Klapheck mit nur zwanzig Jahren in der Düsseldorfer Kunstakademie sein erstes „Porträt“ einer Continental-Schreibmaschine anfertigte, legte er den Grundstein für ein außergewöhnlich konsequentes Œuvre. Mit besonderer künstlerischer Präzision malt der gebürtige Düsseldorfer seitdem technische Alltagsgegenstände wie Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Wasserhähne, Bügeleisen oder Baumaschinen, die in seltsam isolierten, raum- und zeitlosen Kompositionen ihres eigentlichen Zwecks als Gebrauchsgegenstand enthoben werden und – oftmals verbunden mit ebenso ironischen wie aussagekräftigen Titeln wie „Der Hausdrachen“, „Die Fanatikerin“ oder „Der Spaßvogel“ – zum symbolbeladenen Spiegelbild von Mensch wie Maschine werden. Die Nüchternheit, Härte, Exaktheit, aber auch Ungreifbarkeit seiner Ölgemälde war äußerst ungewöhnlich für die Kunst der 1960er und 1970er Jahre. Klapheck stellte sich mit seiner „prosaischen Supergegenständlichkeit“ Künstlern wie Jackson Pollock und Willem de Kooning und deren lyrischer Abstraktion entgegen, ebenso wie dem deutschen Informel.

Konrad Klapheck (*1935)
Der Gesetzgeber, 1969
Öl auf Leinwand
230 x 200 cm
Städel Museum, Frankfurt am Main
Erworben 2014 aus Mitteln des Städelkomitees 21. Jahrhundert,
Eigentum des Städelschen Museums-Vereins. e.V.
© VG Bild-Kunst

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