Blick auf die zukünfige Verhandlung in einem Parelelluniversum

Prozeßbeoachter sind ja schon einiges gewöhnt, aber beim heutigen Prozeßtag sorgte eine neue Eingabe von SCO durchaus wieder für Aufsehen. Gegenstand der Eingabe war die Frage des Copyrights der Unix-Sourcen, die nach 1995 entwickelt wurden.

Als Beweisstück wurde dem Gericht eine DVD einer Folge 'Deep Space Nine' vorgelegt. Als Begründung wurde genannt, daß 'Star Trek' inzwischen einen so hohen Einfluß auf die US-amerikanische Gesellschaft habe, daß es de facto Gesetzesrang einnehmen würde.

Darl McBride persönlich bediente den DVD-Spieler, über den eine Szene gezeigt wurde, in der ein grinsender Quark eine der ferengischen Erwerbsregeln erläutert: 'Alles, was keinen Besitzer hat, braucht einen.' (Wohlaufgemerkt, es wurde hier nur von Besitz gesprochen.)

'Da das Gericht Novell nur den Besitz der Unix-Sourcen vor 1995 zugesprochen hat', lautete die Begründung im Plädoyer, 'ist der Besitz der Unix-Sourcen nach 1995 demnach ungeklärt. Laut den Goldenen Erwerbsregeln ist dieser Zustand so nicht haltbar. Wir von SCO haben es als *erste* gesagt, und deshalb gehört alles an Unix was nach 1995 geschrieben wurde, uns, und damit basta!'

Richter Kimball zeigte sich unbeeindruckt von der neuen Prozeßtaktik, antwortete mit einer weiteren ferengischen Erwerbsregel 'Versuche nie, einen Klingonen zu bluffen', und verurteilte Darl McBride daraufhin stande pede zu 10 Jahren Zwangsarbeit in den Dilithium-Minen von Rura Penthe.

Dies kommt nun wieder daher, weil ein Richter grundsätzlich schon den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum kennt.

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