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ID=4&JAHR=2003&NACHRICHTENID=1823656&STICHWORTE=GEMA
(link ist nur erreichbar nach anmeldung bei der GEMA;-)


[quote="sh:z.de"]
[ Erschienen: 24.12.2003 ]
Schöne Bescherung: Teure Lieder am Lagerfeuer

Kremperheide
(vm)

Christian Schneider traute seinen Ohren nicht: 19,60 Euro - zuzüglich
Urheberabgabe und Mehrwertsteuer - soll der Vorsitzende des
Kremperheider Pferde- und Breitensportvereins an die GEMA zahlen -
weil ein dutzend Kinder und Jugendliche am Lagerfeuer Volkslieder
angestimmt hatten. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und
mechanische Vervielfältigsrechte drohte Schneider auch gleich mit
Fristsetzung und Strafmaßnahmen. Anlass für die GEMA-Initiative
dürfte die öffentliche Vereinsankündigung für eine Jugenddisco
gewesen sein. Auf Wunsch der jungen Leute war dann aber auf eine
Tanzveranstaltung verzichtet worden. Stattdessen wurde ein Biwak
organisiert. Die Gäste saßen auf dem Vereinsgelände am Lehmsweg auf
Strohballen rund um ein Lagerfeuer. Dabei habe einer der Teilnehmer
die Gitarre ausgepackt - und dann seien ein paar Lieder gesungen
worden. Schneider bekam kurz darauf ein Schreiben von der GEMA - mit
Strafandrohung und einem Fragebogen. Er habe, so berichtet er unserer
Zeitung, daraufhin bei der Gesellschaft angerufen, um den
tatsächlichen Ablauf der Veranstaltung klarzustellen. "Die haben
gesagt, es seien nicht selbst komponierte Lieder gesungen worden und
dafür seien Gebühren fällig." Über einen weiteren Hinweis der GEMA
kann Schneider nur den Kopf schütteln: "Wir sollten bei jeder
Veranstaltung einen Euro Eintritt pro Kopf kassieren. Das käme mit
den Gebühren dann in etwa hin." Die drei Euro Kostenbeitrag für das
Biwak hätten kaum ausgereicht, um Essen und Trinken zu finanzieren,
sagt Schneider weiter. Schließlich gehe es ihm und seinem Verein ja
nur darum, für die Jugendlichen in der Gemeinde eine sinnvolle
Freizeitbeschäftigung anzubieten. Unter anderem organisiert der erst
im vergangenen Jahr gegründete Verein auch Bastelnachmittage. "Da
dürfen wir künftig wohl nicht mal das Radio laufen lassen", empört
sich Schneider. Für GEMA-Gebühren bei einem Disco-Abend hätte er
durchaus noch Verständnis gezeigt. Aber nicht für ein paar Lieder,
mit denen nur das Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden sollte. "Das
ist ziemlich unmöglich," findet Schneider. Zahlen will er die
Gebühren jedenfalls nicht.
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