Meinen Großvater mütterlicherseits hat es als Ingenieur und Hamburger Bürger in die Heidelandschaft um Niesky gezogen, zum Waggonbau und anderen. Die Gegend war ähnlich wie die Ohlendorfer Heide seiner Kindheit. Als Bürger aus der Roßenstraße in Hamburg war die Lausitzer Kleinstadt was?

Er kaufte sich am Wald ein preiswertes Stückchen Land mit viel Wasser. Die Drainage war sein Augenmerk. Weißer Beton unter der Erde für seine Werkstatt und oben ein Bogendach, davor ein natürlicher Froschteich, auch zum Baden, oder Seerosen bewundern, das war sein Idyll.

Als er älter wurde, dann schon zu ddr zeiten schlief er immer öfter nach dem Einkaufen im Kino ein. Irgendwie hatte er eine Abmachung mit dem Personal ihn nicht zu stören, oh ja jetzt weiss ich was da ihn ihm abging.

Wenn ich zu Besuch war, hies es nach zweistündiger Überfälligkeit, dann für mich den Brummbär heimzuholen, ich musste dabei immer an meine Großmutter denken, die als zierliche Person normalerweise den Part auf sich nahm.

Also stiefelte man los immer die Dorfstraße entlang. Es gab kein, oder wenig elektrisch Licht, nur den Mond, es war alles gut zu sehen, aber einige Kilometer länger.

Zurück ging es dann quer durch den Wald, anfangs trug er all seine Einkäufe selber, später gab er ab, als er feststellte, dass die Angst ab- und die Trittfestigkeit zugenommen hatten. Da waren auch so viele Tierstimmen, die er alle kannte.

Am letzten Freitag hab ich begriffen wozu diese Waldläufe gut waren, und auch wie er wärend der letzten Tage des Krieges seinen Besitz und das Leben seiner Lieben beschützen konnte, ohne für alle beteiligten sichtbar zu sein.

Mit Liebe.

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